Der Gründer der Theorie
Der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew veröffentlichte im Jahre 1926 seinen Aufsatz „Die langen Wellen der Konjunktur“. In diesem Aufsatz stellt er die Theorie zur zyklischen Wirtschaftsentwicklung auf. Heute ist seine Theorie unter dem Begriff Kondratieffzyklen bekannt.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kondratieff [Stand: 05.04.2008].
Der 6. Kondratieff
Diese Graphik zeigt eine mögliche Darstellung der Zyklen nach Leo A. Nefiodow. Gemäss dieser Graphik befinden wir uns bereits im 6. Zyklus, in welchem die Basisinnovationen im Bereich der Gesundheit sind. Das heisst, dass das „Produkt“ Gesundheit ein knappes Gut ist in unserer Gesellschaft.
Auch der Wissenschaftler Erik Händeler beschreibt in seinem Buch „Kondratieffs Welt“ den 6. Zyklus als den Kondratieff der Gesundheit. Er berichtet über das neue Gesundheitssystem, welches das Ziel anstrebt Krankheiten zu vermeiden und nicht die Zivilisationskrankheiten, welche von unserem ungesunden Lebensstil verursacht werden, zu heilen. Das neue Gesundheitssystem setzt sich vor allem auch für die seelische und geistige Gesundheit ein. Dies sind die Voraussetzungen damit die Gesundheit zu Wachstumsmotor der Wirtschaft wird. (Händeler, Erik (2005): Kondratieffs Welt. Wohlstand nach der Industriegesellschaft. Moers: Brendow Verlag).
Die Entstehung der Zyklen
Ein Beispiel von Erik Händeler:
„Jede Produktionsweise stößt einmal an ihre Grenzen. Irgendwann ist ein Faktor so knapp, dass weiteres Wachstum zu teuer ist, sich also ökonomisch nicht mehr rentiert. Beispiel: Als eine Dampfmaschine einen mechanischen Webstuhl antrieb, war er zuerst um den Faktor 200 produktiver als ein Spinnrad (also nicht um 200 Prozent, sondern 200 Mal so produktiv). Textilien wurden viel billiger, die Bevölkerung konnte mehr erstehen. Ressourcen wurden frei, die gewaltigen Investitionen (Bergwerke, Kanäle) zu finanzieren, aber auch, um neue Bedürfnisse zu erschließen. Die Investitionen steigerten mit der Produktivität auch die Unternehmensgewinne, so dass sich die gestiegenen Kapitalkosten gut bezahlen ließen. Irgendwann jedoch war der Transport von Kohle, Erz und Industriegütern zu teuer – es gab ein neues Knappheitsfeld, das weiteres Wachstum verhinderte.“
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17642/1.html [Stand: 05.04.2008].
Anhand von diesem Beispiel sieht man, dass „der Motor der Wirtschaft in den Verbesserungen des realen Lebens [ist], die den Menschen Zeit und Kraft sparen, um etwas anderes anzufangen – so entstehen rentable Arbeitsplätze und mehr Wohlstand.“ (Händeler, 2005, S. 8).
Für Händeler ist Arbeit das Lösen von Problemen. Er meint die heutige hohe Arbeitslosenquote habe nichts zu tun mit der hohen Produktivität, welche wir Menschen (auch durch den Einsatz von Maschinen) haben. Die Arbeitslosigkeit entsteht durch die uneffiziente Weise aktuelle Probleme zu lösen. In der heutigen Informationsgesellschaft ist vor allem der Umgang mit Informationen das zu lösende Problem. Unternehmen, die eine effiziente Informationsarbeit leisten, werden überleben, die andern werden vom Markt verschwinden. Umgang mit Informationen ist für Händeler gleichzusetzen mit Umgang mit Menschen. Darum wird auch die soziale Kompetenz zunehmend wichtiger. (Händeler, 2005).
Fazit von Händeler:
„Zwar warten jetzt die meisten immer noch auf materielle Erfindungen wie früher die Dampfmaschine, um die Wirtschaft anzutreiben. Sie hoffen darauf, das bekannte Erschöpfte durch etwas ersetzen zu können, in dem auch irgendwie das Wort “-Technologie” vorkommt. Doch es wird in Zukunft keine Maschine mehr geben, die unsere Gedanken produktiver macht. Was an Hardware zu dem nächsten Aufschwung beitragen wird – Gentechnik, Nanotechnologie in der Medizintechnik, andere materielle Gesundheitsinvestitionen – sind nur das dienende Drumherum um die größte Knappheit: intelligente, unstrukturierte, kooperative Informationsarbeit und ihre produktive Lebensarbeitszeit.“
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17642/1.html [Stand: 05.04.2008].
Weiteres Vorgehen
Im nächsten Blog werde ich mich mit dem Thema der Basisinnovation auseinadersetzen.


1 Kommentar
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
April 9, 2008 um 7:07 nachmittags
jmilz
Ich fand den Aspekt interessant, dass die stark Technik geprägte Informationsgesellschaft durch eine Art „Gesundheitsgesellschaft“ abgelöst wird. Das damit vor allem die psychische Gesundheit gemeint ist, bringt mich auf einen früheren Blogeintrag von dir zurück: „Das Problem der Informationsgesellschaft nach Talbott“. In diesem Blog sprichst du die Tendenz zu einer „Sinnsuchenden-Gesellschaft“ an, was letztendlich auch die Psyche betrifft. Ich denke viele Krankheiten, sei dies auf physischer wie auch auf psychischer Ebene, sind durch eine starke Unzufriedenheit geprägt. Sieht man jedoch einen tieferen Sinn in seinem Leben, vielleicht durch die Familie oder Freunde, ist man zufriedener und weniger anfällig für Krankheiten. Das seelische Befinden hat einen Einfluss auf das körperliche Befinden. Diese Meinung vertritt auch Dr. F. Schubert, wie er auf der Website der Hardtwaldklinik festhält.
Gleichzeitig kann ich mir nicht ganz vorstellen wie das gemeint ist: „Die Gesundheit als Wachstumsmotor der Wirtschaft“. Ist das nicht auch ein Widerspruch, wird doch heute die Gesundheit oftmals durch die Wirtschaft gefährdet -> Burnout, Mobbing.
Gemäss Händeler werden nur die Unternehmen überleben, welche eine intelligente Informationsarbeit betreiben. Dieser Hinweis sollte eigentlich bei den Unternehmen bekannt gemacht werden, und die Arbeit der Informationswissenschaftler würde sofort viel stärker anerkannt.